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Fahrradklima-Test 2020Über 11.000 Menschen haben in Schleswig-Holstein am Fahrradklima-Test, der Befragung zur Fahrradfreundlichkeit der Städte, teilgenommen. Sie haben damit 54 Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein in die Wertung des deutschlandweiten Rankings gebracht. Kiel und Geesthacht bauen ihre Spitzenpositionen aus. Pinneberg konnte sich nicht verbessern.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hatte im Herbst 2020 zur Bewertung der Städte anhand eines Fragebogens mit 27 Fragen aufgefordert. Daran haben sich deutschlandweit 230.000 Menschen beteiligt, ein Plus von 36 % gegenüber 2018.

 

„Der erneute Rekord bei der Teilnahmezahl zeigt, dass das Fahrrad auch in Corona-Zeiten ein beliebtes Verkehrsmittel ist“, so der ADFC-Landesvorsitzende Thomas Möller: „Zum Start der Radstrategie Schleswig-Holstein 2030 haben wir nun ein klares Bild zur Fahrradfreundlichkeit in allen 22 Städten ab 20.000 Einwohner*innen. Auch 32 Städte und Gemeinden unter 20.000 Einwohner*innen sind in die Wertung gekommen. Als kleinste Stadt hat es Büsum geschafft.“

Die Bewertung bei den Fragen kann mit Schulnoten verglichen werden. Unter den Orten zwischen 20.000 bis 50.000 Einwohnern erreichte Pinneberg im Landesvergleich den 17. und damit den letzten Platz mit einer Gesamtbewertung von 4,33. Im Bundesvergleich liegt Pinneberg auf Platz 376 von 415.

Besonders schlecht wurde der Stellenwert, den der Radverkehr in der Radverkehrsplanung hat, bewertet. Aber auch die Toleranz gegenüber Falschparkern, die Pflege, Reinigung und er Winterdienst auf den Radwegen und sowie die Ampelschaltungen wurden mit Noten zwischen 4,8 und 5 bewertet.

„Das Ziel der Radstrategie Schleswig-Holstein 2030 ist es, dass das Fahrrad für 30 Prozent aller Wege als Verkehrsmittel genutzt wird – wie jetzt schon in den Niederlanden“, so Thomas Möller: „Damit das wahr wird, muss sich das Fahrradklima in Schleswig-Holstein deutlich verbessern. Eine Trendwende zum Positiven ist geschafft. Jetzt müssen die Städte und Gemeinden die Infrastruktur zum Radfahren zügig ausbauen und dazu Fördermittel vom Land und vom Bund beantragen.“

In Pinneberg ist, wie bereits bei den früheren Fahrradklima-Tests, noch eine Menge Luft nach oben. Der ADFC Pinneberg wirbt seit seiner Gründung im Jahr 2011 bei Politik und Verwaltung für eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur. Bisher lassen sich jedoch eher kleine Maßnahmen durchsetzen, ein Gesamtkonzept fehlt immer noch. Mangelnde Finanzmittel dürfen nicht länger als Begründung für ausgesetzte Bau- und Sanierungsmaßnahmen dienen. Die Stadt Pinneberg ist aufgefordert, mögliche Förderungen sinnvoll zu nutzen. Zudem plant Ddas Land Schleswig-Holstein eine neue Förderrichtlinie, um die Finanzierung von Fahrradinfrastruktur zu unterstützen.