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Bundesverkehrswegeplan 2030Am 3. August hat das Bundeskabinett den Bundesverkehrswegeplan 2030 verabschiedet. Der Bundesverkehrswegeplan beschreibt die Investitionen, die die Bundesregierung bis 2030 verkehrsmittelübergreifend für die bundeseigenen Verkehrswege vorsieht. Der Bundesverkehrswegeplan enthält jedoch keine Finanzierungspläne. Auch wenn der gerade verabschiedete Plan Kritikern zufolge noch zu sehr straßenverkehrslastig und ohne Gesamtkonzept ist, ist zumindest eines bemerkenswert: Abweichend von den bisher bekannten Entwurfsfassungen sieht der Bund eine Beteiligung am Bau von Radschnellwegen vor. Das hatte der ADFC seit Jahren gefordert, bisher lehnte der Bund allerdings die Zuständigkeit ab.


ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Wir sind ja sonst als Mahner bekannt, aber diese kleine Passage im Bundesverkehrswegeplan ist ein großer Schritt für die Zukunft des Radverkehrs in Deutschland. Wir sind begeistert, dass der Bundesverkehrsminister verstanden hat, dass Premium-Radinfrastruktur, wie wir sie aus den Niederlanden und Flandern schon lange kennen, wirklich massive Stauentlastung bringen kann. Und dass sie zügige, komfortable und nachhaltige Mobilität in dichter werdenden Metropolen überhaupt erst ermöglicht. Toll!“
Radschnellwege werden in den Niederlanden („Snelfietsroutes“) und in Flandern („Fietsostrades“) bereits seit einigen Jahren erfolgreich als Alternative für Pendler, Lastentransporte und Freizeitfahrten genutzt. Kerngedanke solcher überregionalen Radverkehrsverbindungen ist, das komfortable und zügige Fahrradfahren auch über längere Distanzen zu ermöglich. Dafür werden Radschnellwege separat vom Kfz-Verkehr mit einem leichtläufigen Belag, großzügiger Breite und einer weitgehend geraden, kreuzungsfreien Streckenführung ausgestattet. Ziel ist, dass sich die Radstrecke als Alternative zum Autofahren bewähren kann – und dass darauf auch längere Strecken (10-15 km) als sonst mit dem Rad üblich (bis 5 km) zurückgelegt werden.
In der Metropolregion Hamburg ist seit einigen Wochen ein rund 30 Kilometer langer Radschnellweg zwischen Elmshorn und Hamburg im Gespräch. Die Planungen dafür könnten durch den Bundesverkehrswegeplan Oberwasser bekommen. Ein solcher Radschnellweg könnte bei guter Streckenführung für etwa 70 Prozent der Einwohner im Kreis Pinneberg erreichbar sein und so eine erhebliche Anzahl von Pendler-Fahrten mit dem Pkw vermeiden.
Zunächst muss allerdings die Bundesregierung entsprechende Ausbaugesetze verabschieden.